Spätestens, wenn sich in einem Unternehmen ein Wechsel an der Spitze des Managements anbahnt oder sich in einem Familienbetrieb der Chef ins Rentenalter begibt, stellt man sich die Frage, wer eigentlich den Betrieb weiterführt. In vielen Betrieben, vor allem in Familienunternehmen, macht man sich viel zu wenig Gedanken über eine Nachfolgeregelung. Dabei ist dies ein sehr wichtiger Aspekt. Je früher man damit beginnt, desto sicherer ist man.
Nachfolgeplanung in KMU’s
Unternehmen fällt es heute immer schwerer, qualifiziertes Personal zu finden. Wenn jemand in einem Betrieb eine leitende Stellung hat, sei es als Manager oder Direktor, und diese Person den Betrieb verlässt, ist dies oft mit sehr hohen Kosten verbunden. Denn eine Schnellsuche auf dem Arbeitsmarkt ist oft erfolglos. So muss die Arbeit des verabschiedeten Mitarbeiters meist intern aufgeteilt werden, was für viele Mitarbeiter zu einer Doppelbelastung führt.
Daher ist es umso wichtiger, die Nachfolgeplanung genau zu regeln. Heute gehört die Nachfolgeplanung zu einer wichtigen strategischen Führungsaufgabe. Es muss also für jede Stelle eine genaue Stellenbeschreibung vorhanden sein, damit die Aufgaben- und Kompetenzbereiche klar abgegrenzt sind. Wenn eine Führungskraft infolge Pensionierung seine Arbeit beendet, muss die Stelle frühzeitig ausgeschrieben werden und ein Nachfolger gefunden werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist auch, dass der neue Mitarbeiter bereits einige Monate im Betrieb arbeitet, wenn die Stelle noch vom alten Mitarbeiter besetzt ist. Dies führt zwar zu einer Doppelbesetzung der Stelle und damit zu höheren Kosten, zahlt sich aber später aus. Denn nur so kann der neue Mitarbeiter richtig eingearbeitet werden und seine zukünftige Arbeit sorgfältig und zielgerichtet ausführen.
Problem Familienbetrieb
Auf den ersten Blick scheint die Nachfolgeregelung in einem Familienbetrieb eine einfache und klare Angelegenheit zu sein: Da sich das Unternehmen schon seit zwei oder drei Generationen in der Familie befindet, wird angenommen, dass der Sohn oder die Tochter den Betrieb später einmal übernehmen wird. Somit wird meist gar nicht über die Nachfolgeregelung gesprochen; bis es dann soweit ist und die Kinder kein Interesse an der Firmenleitung zeigen.
Damit die Nachfolgeplanung für alle Beteiligten erfolgreich verläuft, ist es oft ratsam, professionelle Unterstützung durch Fachleute hinzuzuziehen. Dies nicht nur auf betriebswirtschaftlicher, sondern auch auf psychologischer Ebene. Fachleute verfügen über mehr Erfahrung in diesem Bereich und bieten manchmal eine Lösung an, auf die man selber gar nicht gekommen wäre. Wenn in einem Familienunternehmen die Nachkommen den Betrieb nicht übernehmen wollen, bleibt oftmals nur noch der Verkauf oder die Schließung des Betriebes.
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