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Was ist Kommunikation?

Juni 11th, 2007 · Keine Kommentare

1. Axiome einer formalen Theorie menschlicher Kommunikation

Watzlawick et al. (1967) formulieren Axiome menschlicher Kommunikation. Diese haben den Status von grundsätzlichen Aussagen und müssen und können daher nicht alle empirisch belegt werden.
Die folgende Darstellung orientiert sich an der Zusammenfassung von Frindte (2001).

1. Axiom: Man kann nicht nicht kommunizieren
Sobald eine weitere Person anwesend ist, ist jegliches Verhalten kommunikativ. Egal, was man tut, man sendet Signale an den anderen.

2. Axiom: Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
Jede Nachricht besteht aus dem Inhalt, also der eigentlichen Information, und weiteren Hinweisen. Diese Hinweise dienen dazu, die Beziehung zwischen den Kommunikationspartnern zu definieren. Es ist also nicht nur entscheidend, was gesagt wird, sondern auch wie es gesagt wird.

3. Axiom: Kommunikationsabläufe werden unterschiedlich strukturiert
Jeder Kommunikationspartner definiert die Struktur der Kommunikation individuell. Das eigene Verhalten ist sowohl eine Reaktion auf den anderen als auch wiederum ein Reiz und eine Verstärkung für den Kommunikationspartner.

4. Axiom: Kommunikation bedient sich digitaler und analoger Modalitäten
Bei digitaler Kommunikation existiert ein klarer gemeinsamer Code, wie zum Beispiel Sprache, wohingegen bei analoger Kommunikation durch Entsprechungen, wie zum Beispiel Ausdrucksverhalten, kommuniziert wird. Einfacher gesagt ist verbale Kommunikation in der Regel digital, während nonverbale Kommunikation in der Regel analog ist.

5. Axiom: Kommunikation verläuft entweder symmetrisch oder komplementär
Bei symmetrischer Kommunikation handelt es sich um gleichberechtigte Partner, die miteinander kommunizieren. Besteht dagegen ein Verhältnis der Überordnung und Unterordnung, spricht man von komplementärer Kommunikation.
2. Das Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun

Das folgende Modell erweitert das vorherige Modell und betrachtet nun vier Ebenen einer Kommunikation. Nach dem Modell von Schulz von Thun et al. (2000) werden bei jeder Äußerung vier Botschaften gleichzeitig übermittelt: Sachinhalt, Beziehungshinweis, Selbstkund-gabe und Appell.
• Der Sachinhalt ist die Botschaft, die explizit übermittelt wird.
• Der Beziehungshinweis gibt dem Gegenüber zu verstehen, was man von ihm hält. Es wird durch diese Hinweise also die Beziehung reguliert
• Die Selbstkundgabe umfasst die Informationen, die vom Sen-der der Botschaft wissentlich oder unwissentlich über sich preisgegeben werden. So können Informationen über die ei-genen Gedanken und Absichten der anderen Person unbe-wusst übermittelt werden.
• Der Appell ist der Versuch, das Gegenüber zu beeinflussen und somit etwas zu erreichen. Dies kann wiederum ebenfalls explizit oder implizit geschehen. Somit können Wünsche oder Bedürfnisse übermittelt werden, ohne sie offen zu formulieren.

Im idealen Fall wird mit allen Signalen, die gesendet werden, die gleiche Botschaft transportiert, dann ist die Nachricht für den Emp-fänger verständlich. Stimmen die gesendeten Signale nicht überein, kommt es zu Kommunikationsstörungen.
3. Verbale und nonverbale Kommunikation

Wichtig für das Verständnis ist insbesondere die Unterscheidung zwischen verbaler und nonverbaler Kommunikation. Verbale Kommunikation findet statt, wenn durch Sprache und Worte kommuniziert wird. Nonverbale Kommunikation umfasst alle restlichen Möglichkeiten zu kommunizieren, wie zum Beispiel Mimik und Gestik. Auch Kommunikation durch Blickverhalten, durch Berührung und die Tonlage beim Sprechen sind nonverbale Kommunikationsmittel (Frindte, 2001).
Verbale Kommunikation ist besonders geeignet, Inhalte zu übermitteln. Nonverbale Kommunikation ist besser geeignet, Beziehungsaspekte zu regulieren, also zum Beispiel Sympathie zu vermitteln. Im Alltag wird nonverbale Kommunikation ständig zu solchen Beziehungsregulationen eingesetzt (Argyle, 1992). Insbesondere bei der Entwicklung von Kooperation ist nonverbale Kommunikation nach Boone und Buck (2003) sehr wichtig.

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